Was soll ich sagen?

Ich habe das Gefühl, ich komme an meine Tochter nicht mehr ran, sie verschließt sich vor mir, sie redet zwar mit mir, aber sie öffnet sich mir nicht mehr und ich weiß nicht, woran es liegt. Kann sein, dass es daran liegt, dass ich zwei Tage nicht mit ihr telefoniert habe, aber es gab auch einen sehr, sehr wichtigen Grund dafür und sie sagte auch, dass sie mich verstehe. Warum dann diese Mauer? Warum diese Fassade? Warum die meterhohe Mauer, in die ich nicht eindringen kann? Oder glaube nicht eindringen zu können? Was ist los? Was will sie mir verheimlichen?

 

Seit zwei Tagen spüre ich diese Veränderung an ihr ... sie ist in ihren Gedanken gefangen, kommt nicht raus und mir geht es im Moment genau so, trotzdem will ich doch wissen, was los ist. Es kann nicht nur daran liegen, dass sie von einer Freundin etwas erfahren hat, dass sie so aus der Bahn wirft. Oder doch?

 

Meine Süße, wenn du diesen Blogg liest, dann weißt du zwei Dinge ganz genau: Ich mache mir Sorgen um dich und ICH HABE DICH UNENDLICH LIEB MEINE KLEINE LIEBE GROßE TOCHTER! UND DAS WIRD SICH NIEMALS ÄNDERN!

 

Deine Mam

3 Kommentare 9.3.08 23:57, kommentieren

Doris und Thoms

Diagnose: Brustkrebs! Wie geht man damit um? Versucht man sich wirklich deshalb das Leben zu nehmen, wie es meine Freundin tat? Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte an ihrer Stelle, dazu müsste ich in ihrer Situation sein, in ihrer Haut stecken.

 

Sie hat einen Sohn, der 19 Jahre alt ist, der ganz allein mit dieser Situation umgehen muss. Der hilflos ist, der psychisch einen Knacks hat, der nicht richtig sprechen kann, der ganz allein da steht. Wie ging ich mit ihm um? Stellvertretend für seine Mutter, die ihn über alles liebt, war ich da, das war ich ihr schuldig. Ich musste und ich wollte ihm und ihr helfen.

 

Was kann ich weiterhin tun? Für sie beide da sein, selbstverständlich, das war ich, das bin ich und das werde ich auch immer sein. Dieses Versprechen gab ich beiden letztes Jahr an ihrem Geburtstag. Am letzten Tag, vor meiner Abreise, schrieb ich ihr einen Brief, in dem stand, dass sie beide immer auf mich zählen können, egal wann, egal wo, egal wie. Wir stehen füreinander ein. Das ist echte Freundschaft. Echte Freundschaft, die wir leben. 

 

 

 

 

8.3.08 20:29, kommentieren

Mein Leben ist etwas durcheinander geraten

Tja, wie die Überschrift es schon sagt, mein Leben ist etwas durcheinander geraten.

 

Gestern abend erfuhr ich vom Sohn meiner besten Freundin, dass sie in einer Klinik liegt, weil sie einen SMV hinter sich hat. Warum weiß ich nicht, noch nicht. Es ist im Moment für mich sehr schwer zu ertragen. Wir kennen uns zwar noch nicht sehr lange, aber wir stehen füreinander ein, wir helfen uns gegenseitig, wo wir können. Wozu hat man sonst Freunde? Mein Gott, meine Gedanken ... sie wandern und kreisen.

 

Ja und dann gibt es noch so ein Thema, das mich traurig macht. Das habe ich meiner Tochter am Telefon nicht gesagt. Ich wollte auch nicht, dass sie jetzt darüber nachdenken muss. Sie hat im Moment genug mit sich selbst zu tun. Sie hat genug Probleme am Hals als dass ich das jetzt auch noch ihr aufbürden würde. Sie wird es sehen, wenn sie meinen Blog liest.

Heute mittag hat Marcel zu mir gemeint, ich solle ihn doch bitte in Ruhe lassen. Und ich werde ihn in Ruhe lassen! Ich weiß, er hat genug mit seiner Tochter, die er nicht sehen darf, zu tun. Ich werde mich jetzt schön raushalten. Wenn er etwas von mir will, soll er mich kontaktieren, ich mache es nicht mehr. Thema Marcel ist erledigt.

 

Das Thema Vertrauen ist auch so eine Sache. Zwei Personen vertraue ich voll und ganz. Die eine ist meine Tochter Stephie, die andere meine Freundin Doris, die jetzt im Krankenhaus liegt. Allen anderen, mit denen ich in Verbindung stehe, vertraue ich auch, aber nur in einem gewissen Maße. Eine dritte Person gäbe es noch, der ich blind vertrauen würde, aber die ist für mich nicht mehr ansprechbar.

 

Ich gehe jetzt ins Bett, schlaft alle gut und träumt was Schönes!

 

Meine liebe kleine Tochter: Ich hab dich über alles lieb!

Deine Mam

1 Kommentar 4.3.08 03:35, kommentieren

Da bin ich wieder

Tja, jetzt war ich schon lange nicht mehr hier, aber mir fehlten die Zeit und auch die Gedanken.

 

Was solll ich sagen? Es ist soviel passiert in letzter Zeit, so viel, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Ich denke, Marcel hat heute den Kontakt zu mir abgebrochen, denn er meinte, jetzt sei es doch an der Zeit, Abstand zu ihm zu nehmen, zumindest für ein paar Wochen. Ich lach mich tot. Erst habe ich den Wunsch an ihn, dann will er nicht, dann wünscht er sich das und ich will nicht mehr. "Er ist ja doch nur ein Scheiß Alki und hat alles verloren" ... Zitat von ihm aus einer PN.

 

Das mit dem Alkohol wusste ich von Anfang an, daraus hatte er nie ein Geheimnis gemacht. Ich weiß auch, dass er arbeitslos ist, kaum Geld hat und alles, was er besaß, seiner Frau gegeben, damit sie und sein Kind gut leben können. Ist wohl verständlich. Aber warum macht er jetzt ein Problem daraus? Will er mir damit sagen, dass er keinen Wert für mich hat? Will er mir damit sagen, dass er schlecht für mich ist? Merkwürdig, so habe ich das nie gesehen, ich habe immer verstanden, warum er was gemacht hat. Auch das Trinken, auch dass er arbeitslos ist, auch dass sein Selbstwertgefühl total am A*** ist. Das wusste ich von Anfang an. Warum macht er sowas? Was will er damit erreichen? Ich weiß es nicht. Im Moment bin ich überfragt.

 

Ich habe einen netten Mann kennengelernt, Kuolema, aus dem Hamburger Umland. Er ist 42 und versteht, was mit mir gerade los ist. Er ist auch intelligent, aber auf eine ganz andere Art als Marcel. Er hat mit mir vieles gemeinsam, er ist wirklich lieb, um es so auszudrücken. Ab und zu schreiben wir uns Mails, ab und zu PNs. Er weiß immer viel zu sagen und geht auch auf meine Probleme ein. Manchmal wünsche ich mir, wir würden nicht so weit auseinander wohnen, damit wir uns gegenseitig auf die Sprünge helfen könnten. Einfach nur miteinander reden, einfach quatschen, einfach nur Freunde sein, die sich gegenseitig unterstützen.

 

Tja, aber wenn ich bei ihm in der Nähe wohnte, würde ich meiner Tochter nicht nahe sein können und das wäre dann auch ein großes Problem. Ich möchte nämlich auch bei ihr sein, in ihrer Nähe sein, ich vermisse sie so sehr. Sie fehlt mir. Sie ist so ein liebes Mädchen, das habe ich ihr schon ein paarmal gesagt.

 

Im Moment läuft bei mir alles drunter und drüber, die Gefühle stehen Kopf, tanzen mir auf der Nase herum und lassen sich einfach nicht bändigen. Ich möchte einfach nur vom Karussell steigen und wieder festen Boden unter den Füßen haben. Das wäre was! Das fände ich richtig schön zur Abwechslung. Trotz alledem weiß ich eins haargenau:

 

Ich hab dich ganz arg lieb meine Tochter Stephie . Und das sagt dir

deine Mam

1 Kommentar 1.3.08 18:50, kommentieren

Meene Kleene

Heute  haben wir wieder einen Mailmarathon hingelegt , aber der von gestern ist nicht zu übertreffen, das war ein Mail-Duell sondersgleichen

Auf der einen Seite haben wir uns geschrieben, dass wir uns lieb haben, auf der anderen Seite haben wir diskutiert. Es waren zwei Seiten unseres Wesens am Werk. Der eine liebevolle und der andere weniger liebevollere Teil.

 

Plötzlich funktionierte mein web nicht mehr: Wartungsarbeiten von 23.00 bis 01.00 Uhr hieß es dort. Und ich dachte, ich spinne, Allerdings habe ich dann bei gmx weitergeschrieben, aber da warst du sicher schon im Bettchen Ich bin dann ungefähr eine Stunde später nochmal ins web, da ging es wieder. Ich habe dir zurück geschrieben, aber da war es dann sicher schon zu spät. Schade!

 

Schon seit Wochen fühle ich mich einsam, verlassen und allein. Natürlich habe ich meine Freunde, aber ich vermisse ganz jemand anderen. Meine Tochter S., die ich von Herzen lieb habe, sie hätte ich jetzt gern bei mir.

 

Wir würden so viel unternehmen, gemeinsam lachen, vielleicht auch gemeinsam weinen, wenn uns danach zumute ist, wir wären ganz einfach Mutter und Tochter. Ich fände es sooo schön, wenn sie hier wäre, aber ich kann auch verstehen, dass es noch nicht soweit sein kann, sie wird erst ins "Betreute Wohnen" gehen, das allerdings nur eine vorübergehende Lösung ist. Die endgültige Lösung lässt aber auch nicht mehr allzu lang auf sich warten und das ist gut so. Wir gehören nämlich zusammen, Tochter und Mam

 

Ich hab dich unendlich lieb meine Kleine,

deine Mam

 

1 Kommentar 22.2.08 01:27, kommentieren

Meine Tochter Stephanie und meine Gefühle für sie

Ich heiße Mam, schlicht und ergreifend Mam. Es ist wunderschön, wenn meine Tochter zu mir sagt: Mam, ich hab dich über alles lieb ... Dann leuchten meine Augen, dann strahlt mein Gesicht, dann ist alles Gold, was glänzt. Ab und zu bekommen wir jedoch Streit ... Streit ist nicht der richtige Ausdruck, wir brechen hin und wieder den Kontakt ab und fühlen uns dann grenzenlos allein und einsam.

 

So ist es vor ein paar Tagen geschehen und ich dachte, es sei endgültig. Wenn ich daran dachte, wurde mir elend zumute, ich dachte ohne Unterlass nach, von morgens bis abends, einzige Unterbrechung waren die Stunden, in denen ich arbeitete. Wenn ich Feierabend hatte, keine zwei Minuten später ging die Nachdenkerei los, fing alles wieder von vorne an. Ich weinte in den drei Tagen viel, übermäßig viel. Weil ich dachte, ich hätte sie verloren.

 

Gestern meldete sie sich wieder bei mir. Es war ein ganz vorsichtiges Anklopfen, ein ganz vorsichtiges Anfragen. Als ob sie sich nicht traute, als ob sie Angst vor mir hätte. Das musst du nicht haben meine Tochter, ich werde dir nichts tun, ich habe auch noch nie böse reagiert, sondern eher verständnis- und liebevoll. Ich hab dich lieb meine Kleine und das weißt du auch. Leider hast du niemals eine andere Reaktion zu spüren bekommen als eine böse, immer und immer wieder.

 

Was ich für dich fühle und empfinde, lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Mutterliebe, reine und echte Mutterliebe. Wenn ich mit dir Mails schreibe, warte ich gespannt auf deine Antworten, wenn ich mit dir chatte, kann ich deinen nächsten Satz kaum abwarten. Wenn wir telefonieren, dann habe ich dich ganz nah bei mir. Wenn wir uns sehen, dann umarmen wir uns und ich weiß, ich habe meine Tochter im Arm. Meine Tochter! Die ich lieb habe, für die ich da sein will, mit der ich zusammen sein will, weil sie meine Tochter ist.

 

Ich hab dich lieb meine liebe kleine große Tochter S.

Deine Mam

2 Kommentare 20.2.08 23:42, kommentieren